Ich erinnere mich daran, dass im Roco-Katalog bei den Lokomotiven dabei stand, in welcher Epoche sie gelaufen sind. Dabei fiel mir auf, dass jede Epoche seine Erkennungsmerkmale besitzt, wie erwähnt bestimmte Lokomotiv-Typen, Wagen, Häuser, Autos, Kleidermode bei den Personen. Natürlich verwischt sich das über einem Zeitraum, aber wer auf seiner Modelleisenbahnanlage eine Ferkeltaxe neben einem Porsche Carrera stehen hat, muss damit rechnen, dass das auffällt.


ATSF 1438
Jetzt mal kurz eine Übersicht über die Epochen über die man sich geeinigt hat (Ich halte mich dabei an eine Aufstellung, die ich bei wikipedia gefunden habe.):
- Epoche I bis etwa 1925
- Epoche II von 1920 bis 1950
- Epoche III von 1945 bis 1970
- Epoche IV von 1965 bis 1990
- Epoche V von 1985 bis 2010
- Epoche VI ab 2005
Alle Angaben verstehen sich als ungefähre Angaben. Wikipedia unterteilt noch genauer nach bestimmten Ländern, da die technische Entwicklung nicht über all gleich verlief und sich auch länderspezifische Besonderheiten entwickelten.

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CNW 14 332
Am Anfang stand die Zeit der Dampflokomotiven, obwohl es die E-Loks bereits gab, deren Einführung aber noch zu große Probleme bereitet hätte. In den 40er-Jahren war der Dampflokbau auf seinem Zenit, nach dem 2. Weltkrieg versuchte man noch mit einigen Erfindungen die dampflok zu retten, aber der Aufwand im Betriebsalltag war zu hoch. Charakteristisch für diese Zeit sind die Dampflokbetriebswerke mit ihren Behandlungseinrichtungen. Parkplätze brauchte man für die paar Autos nicht, eher ein paar Fuhrwerke.
Die typische Eisenbahnszenerie bestand aus Arbeiterwohnungen direkt am Bahngleis, jede Zwickel zischen den Schienen wurde für Schrebergärten genutzt. Etwas abgesetzt prunkt eine Unternehmervilla. Ruß und Schmutz bestimmte die Szenerie, eine Idylle fand sich wenn auch nur für den Betrachter auf dem Land.

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RBOX 36 236
Die Züge fuhren langsam, die Wagons waren im Vergleich zu heute kurz, Holz und Stahl verursachten ein hohes Eigengewicht. Vieles wurde in Handarbeit erledigt, es gab Gepäckwagen, Postwagen, Milchwagen und vieles mehr.
Der heutige Alltag ist mehr durch Ganzzüge, die über größere Strecken fahren, gekennzeichnet, oft grenzüberschreitend laufen. Am Anfang und am Ende steht oft ein Ladekran, die die Container vom Wagon auf den LKW umlädt. Stadt Mietwohnung Einfamilienhaus, statt Villa ein Supermarkt und so könnte man viele weitere Beispiele nennen. Aber auch die Arbeiterwohnung gibt es noch, wenn auch schick modernisiert mit angebautem Stahlbalkon, aus der Villa wurde ein Seniorenheim.
Wenn wir unsere Modelleisenbahn bauen ist alles erlaubt, aber es gehört das nötige Feingefühl dazu, dass es sich am Ende stimmig anfühlt. Wir reden ja hier bewusst vom Modell, vom Model von Was? Alles andere ist eine Spieleisenbahn, was ich nicht abwerten möchte, ist aber ein ganz anderes Ding.

