Eine kleine Rangieranlage

Im Internet fand ich ein Video mit dem titel: Switching-Brett. Rangierbrett würde in Europa kaum einer sagen, sagt aber klar, um was es geht. Oder genauer: Kann ich eine interessante Modellbahnanlage auf kleinem Raum bauen? Da ich in ein paar Jahren dieses problem habe, habe ich mich mal damit auseinander gesetzt.

Das ist der Plan vom Titelbild: Greenville

Ein paar Daten stellen Vorgaben dar, die nicht zu umgehen sind und diese beziehen sich auf die Spurweite HO. Eine normale Weiche ist 20 cm lang. Bei meinem Roco-Gleissystem komme ich auf einen Gleismittenabstand von 6 cm in einer Gleisharfe und für eine Lok oder Güterwagen sollte man auch 20 cm veranschlagen. Daraus ergibt sich, dass man wie bei mir auf 50 cm Tiefe 5 Parallel-Gleise sicher unter bringt. Bei 30 cm Tiefe sind es immer hin noch 3 + Platz für Gebäude, Straße etc.

Das dürfte für die Meisten von uns zu ermöglichen sein, 30 cm, das ist die Regaltiefe für einen DIN A4-Ordner. Die Anlage könnte so in einem Regal verschwinden und im Raum nicht weiter stören. Bleibt noch die Länge zu berücksichtigen. Dass die Anlagengröße keinen geschlossenen Kreis her gibt, dürfte mittlerweile klar sein. Es gibt also einen Pendelverkehr und die Lok muss auf die Wagen von beiden Seiten zugreifen, die müssen also umfahren werden. Außerdem sollten die Firmen mal von rechts, mal von links angefahren werden, damit es beim Rangieren nicht langweilig wird.

Nehmen als Ausgangspunkt ein kleines Industriegebiet mit eigener Rangierlok. Die maximale Anzahl von täglich zu bearbeitenden wagen sollen 4 sein, macht 80 cm Gleislänge, vorne und hinten eine Weiche = 40 cm und da die Lok zum Weichen stellen noch mal darüber hinaus muss, kommen noch mal 40 cm dazu, macht dem nach 160 cm. Nehme ich mit der Lok noch 2 Wagen mit, kommen wir auf 200 cm. Jede weitere Weiche kürzt den zur Verfügung stehenden Platz um weitere 20 cm.

Wie funktioniert so ein Layout? Die Wagen kommen aus dem Regal oder Schublade und werden per Hand auf das Übergabegleis gesetzt. Das sollte sich also vorne, gut zugänglich befinden. Von dort werden die Wagen ab gezogen und den Firmen zu gestellt. Fertig behandelte Wagen in gleicher Weise mit genommen und im Übergabegleis abgestellt. Das wäre der Job eines Tages.

Bei den Firmen sollte man sich entscheiden entsprechend der Vielzahl der Produkte die angeliefert, bzw. abgeholt werden können. Interessant ist landwirtschaftliche Genossenschaft, ein Baustoffgroßhändler oder eine Spedition mit Gleisanschluss, so was soll es geben oder gegeben haben. Dem entsprechend brauchen sie Wagen und, was den Geldbeutel ziemlich schont, nur eine einzige Lok. Signale gibt es Industriegebiet nicht und die Weichen werden per Hand gestellt.

5 Gleise in HO auf 50 cm Tiefe

Und als Tipp: Wenn die Fabrikanlagen nur lose auf die Anlage, eh meistens im Hintergrund aufgestellt werden, dann kann man sie fix tauschen und schon müssen andere Wagen eingesetzt werden. – Die von mir mit einem Programm gezeichneten Gleispläne wirken sehr gestaucht, einen Weichen-Abzweigwinkel von 45° gibt es nicht wirklich. Also müssen Sie sich alles gestreckt vorstellen. Am besten Sie schauen sich mal das Eine oder andere Video über so ein Rangierlayout mal an, um sich vorstellen zu können, ob das was für Sie sein könnte.