Vieste – Markttag

Schon vor dem Frühstück musste ich zum Brot holen in die Stadt fahren. Dabei sah ich, dass heute Markttag ist. Also fuhren wir später noch mal hinein. Direkt auf die Felsen hat man wieder einige Trabucco aufgebaut, das sind Gestelle zum ausspannen der Netze für den Fischfang. Diese sind hier in der Gegend verbreitet, um an der Felsenküste an die Fische heran zu kommen.

Am Ende der Halbinsel steht dieses Kirchlein. Dahinter befindet sich der Stadtstrand, der wieder in einem Felssporn endet und den südlichen Endpunkt des Fischereihafens bildet. So ist Vieste ziemlich zergliedert und da viele Straßen sehr eng sind, hat man etliche zu Einbahnstraßen erklärt, was Fremden die Orientierung erschwert.

Den Markt hatte ich ja schon gesehen und mit etwas Fingerspitzengefühl fand ich auch wieder hin, wenn auch auf einem etwas anderen Weg. Es war ganz schön was los und wir waren überrascht über das Angebot. Natürlich gab es frischen Fisch, direkt von der Ladefläche, die ersten Orangen, Maronis, Walnüsse, aber auch Erdnüsse lose aus dem Sack. Überhaupt wurde vieles unverpackt angeboten.

Wir haben unseren gesuchten 5 l-Kanister Olivenöl bekommen, direkt vom Bauern, Käse, und Trauben.

Am Stadtstrand haben sie dieses neue Kunstwerk aufgestellt, dass interessante Motive bietet. Nun mussten wir erst mal alles zurück zum Wohnmobil fahren. Eine Tour über Stadt nach Norden hin schloss sich dann später an, also bis dann.

Bari

Wir sind zuerst nach Akrata zum namensgleichen Campingplatz gefahren. Hier war noch ziemlich Betrieb, wir bekamen aber noch einen Platz, nur leider ohne Internet. Am nächsten Tag sind wir nach Patras zu den Fährschaltern gefahren. Entgegen unseren Erwartungen und was man uns erzählt hat, waren die Fährverbindungen schon ziemlich ausgebucht.

Scheinbar fahren viele wie wir Ende Oktober nach Hause. Für den nächsten Tag waren noch 6 Meter nach Bari vorhanden und nach telefonischer Rücksprache wurden wir mit unseren 7, 20m dafür vorgesehen. So war es dann auch, mit einem Schuhlöffel rutschten wir in die Lücke hinter den Schornstein.

Suchbild: Wo ist unser Wohnmobil?

Bei schönem Wetter und 28° fuhren wir los, aber schon zum Abendbrot war es ein kleines Kunststück die Tabletts sicher auf dem Tisch ab zu stellen. Es hat uns dennoch gut geschmeckt und wir waren früh müde, nur die Bewegungen und die Geräusche des Schiffes verhinderten, dass wir einschlafen konnten.

Gegen 2 Uhr ließ das Geschaukel nach und wir schliefen doch noch eine Weile. Morgens weckte uns eine Lautsprecher-Durchsage, dass das Restaurant geöffnet hat. Also auf und runter, denn bald darauf kam Bari in Sicht. Im Hafen fuhren wir dann gut eine halbe Stunde rückwärts an den Kai und dann tat sich lange gar nichts. Dann rollten die ersten Fahrzeuge aus dem unteren Deck, aber oben bei uns bewegte sich vorerst gar nichts. Wir saßen oben an einem Fenster und beobachteten wie sich langsam das Knäul auflöste. Gut 2 Stunden nach dem Anlegen hatte unser Wohnmobil wieder festen Boden unter dem Rädern.

Zum Glück hatten wir uns für heute nur eine kurze Strecke vorgenommen, denn bald wurden die Wolken immer dunkler und es schüttete. Plötzlich waren es nur noch 16°. Eine kurze Regenpause ermöglichte es mir die Aufnahmen von der Saline zu machen. Kurz vor Fieste aßen wir noch etwas (Gudrun wurde vom Kellner mit einem Schirm abgeholt) und nach dem Bezahlen kamen die ersten Sonnenstrahlen heraus. Jetzt sind wir in Vieste und hoffen auf ein paar sonnige und warme Tage.

Bootsfahrt zu und in die Grotten

Eine Bootsfahrt zu den sonst nicht zugänglichen Grotten des Gargano stand auf unserem Wunschzettel. Gestern haben wir das wo und wann ausgekundschaftet. Da der Wind gestern heftig geblasen hat, waren wir uns nicht sicher, ob das heute machbar ist.

So sind wir das Risiko eingegangen und haben uns erst heute Morgen entschieden und dann versucht noch Karten zu bekommen. In unserem Boot saßen wir 2 und 2 in einer Reihe, das war geschickt. Jede „Familie“ bekam so einen Fensterplatz.

Die Tour ging vom Hafen aus um die Halbinsel Vieste herum, immer nach Süden. Die Felsen reichen bis ans Wasser heran, nur ganz selten ist ein kleiner Strand vorhanden. Meistens leuchteten die Felsen weiß über das Wasser.

Aber immer wieder sieht man Grotteneingänge auf Höhe der Wasserlinie, die Eingänge sind ziemlich flach und wir bezweifelten, dass unser Boot da hinein fahren kann. Wir hatten dann auch das Gefühl, als würden wir bergab in die Grotte hinein gesaugt.

Aufstehen durfte keiner und die Arme sollten wir tunlichst im Boot behalten. Da die Grotten selber nicht so spektakulär waren, so war es doch die Ein- und Ausfahrten. Das durften wir dann auch mehrere Male genießen.

Die Rückfahrt erfolgte dann im Schnellgang. Müde von den vielen Eindrücken genossen wir einen Aperol im Hafencafé und blieben dann gleich bis zum Mittagessen sitzen. Am Nachmittag wird gefaulenzt und die kommende Fahrt vorbereitet.

Vieste: Stadt und Strand

Mit den Fahrrädern waren wir etwas gehandikapt, denn wir konnten nur Gassen benutzen, die auch für eine Ape befahrbar waren, das waren zwar die meisten, aber weiter rauf ging es dann nur über Treppen.

Noch ist es hier herrlich ruhig, die meisten, die hier herum laufen sind noch Einheimische. Die Gassen sind sauber und strahlen eine südländische Atmosphäre aus. Überraschender Weise findet man kaum Touri-Läden, die befinden sich außerhalb der Altstadt.

Wenn man die Altstadt nach Westen verlässt, kommt man zu dem 3 km langen Strand Spiaggia della Scialara. Am Anfang steht der berühmte Kalksolitär Il Pizzomunno. Er ist schon beeindruckend an seinem Fuße zu stehen.

Am anderen Ende stehen auch einige bizarre Felsen. Hier geht das Strandleben abrupt in wilde Natur über und nur hier fanden wir diese hübschen Muscheln.

Vieste

Über Nacht hat der Wind nachgelassen und blauer Himmel lädt zur ersten Erkundigung ein. Wir verlassen unsere Bucht und radeln nur wenige Kilometer bis in die Stadt und das an einer wunderschönen Felsküste entlang.

Heute ist Markt und wir müssen überraschend wenig für Gemüse und Obst bezahlen. Hier scheint die Erdbeerzeit schon begonnen zu haben. Einige Bauern kamen auch mit Käse und Wurst, Honig und Eingemachten zum Markt. Was dort nicht zu bekommen war, gab es im Eurospin gleich neben an.

Damit war unser Vormittag gut ausgefüllt. Mittags probierten wir das Restaurant nahe des Campingplatzes aus. Auch hier waren wir sehr zufrieden.

Nachmittags schaute ich mir noch einen Trabucco an, eine Plattform von der man große Netze ins Wasser lässt. Von diesen Gestellen sieht man hier etliche am Ufer stehen.

Da wir eben erst sehr gut Fisch, genauer Schalentiere gegessen hatten, habe ich ein Stück Felsenufer von Netzresten befreit. Das Bild ist also schon historisch. Aber es gab auch etliches Schönes zu beobachten, auch blüht es herrlich, aber die Bilder hebe ich mir für einen anderen Beitrag auf.

Fahrt nach Vieste

Hervorgehoben

Es war Regen angesagt und mit uns verließen noch einige andere den Platz. Unser Weg sollte uns nach San Marino führen. Um nicht den Verkehr rund um Bologna mit zu bekommen, war unsere Richtung vorerst Venedig, um dann Richtung Rimini und Küste nach Südosten abzubiegen. Dadurch fuhren wir etliche Kilometer Landstraße und waren im Endeffekt sicher nicht schneller, als wenn wir über Bologna gefahren wären. Die Zufahrt zum Campingplatz auf halber Höhe war gut zu finden, noch höher befindet sich ein Wohnmobil-Stellplatz, wie wir später heraus fanden.

Der Platz unter holländischer Leitung war sehr gut und überraschend preiswert.

Nach einer Regennacht war es am nächsten Morgen nur noch windig. Wir fuhren an Ancona vorbei, sahen eines der Fährschiffe und es kamen schöne Erinnerungen an unsere Griechenland-Reisen hoch. Aber wir wollten Neues erkunden. Der Stellplatz, den wir uns heraus gesucht hatten, war leider unauffindbar. So fuhren wir zur Autobahn zurück und ließen den Wagen zur Halbinsel Gargano laufen.

Lago di Verano

Bei Sonnenuntergang erreichten wir Vieste und dann begann die Sucherei nach dem einzigen offenen Campingplatz. Das Problem war unter so vielen Schildern das richtige heraus zu finden. Wir fanden es dann doch noch und der Chef erwartete uns an der Rezeption und hatte noch einen Platz für uns. Er scheint wie ich Liebhaber von Kakteen zu sein, nur dass seine das ganze Jahr draußen bleiben können.