Gönnheim

Da ich mir ziemlich gewiss bin, dass kaum jemand von euch diesen Ort in der Pfalz kennt, kommt hi8er der wirklich letzte Beitrag diesen Urlaubs.

Der Bahnhof

Ab Lyon war das Wetter feucht und kalt. In Metz sind wir gerade noch aus dem Schlamm heraus gekommen und sind gleich weiter bis in die Pfalz bei Bad Dürkheim gefahren. Der Campingplatz war dann auch der teuerste der ganzen Reise, dafür waren die sanitären Einrichtungen wirklich gut.

Abends habe ich mich danke freiem WIFI in der Gegend umgesehen. Mir war so etwas in Erinnerung von einem Dorf mit einem Streetart-Festival. Da es nur 6 km vom Campingplatz weg lag, fuhren wir heute Morgen kurz vorbei.

Der Ort liegt in einem Weinbaugebiet und die Einwohner scheinen mit wenigen Ausnahmen alle Weinbauern zu sein. Ein Weingut reiht sich an das andere. Die Straßen sind sehr eng, die Häuser aber sehr gepflegt und natürlich gibt es an vielen Hauswänden Wandbilder, aber auch die Trafostationen und Garagentore sind teilweise angemalt.

Nicolay Arndt

Zum Festival im Juni waren auch Kreidemaler da, die ihre 3-Dimensional wirkenden Bilder auf die Straße gemalt haben. Ganz zart konnte man sie noch erkennen. Ja, und dann fuhren wir nach Hause. Aufräumen, Äpfel und Walnüsse ernten und dann geht es an die Pläne für die nächste Reise.

Beaucaire

Das ist die Fortsetzung unserer gestrigen Fahrt. Ich habe aber so viele Bilder, dass ich daraus 2 Teile machen kann, außerdem verbringen wir heute einen faulen Tag ohne große Aktionen.

Beaucaire liegt nur mal gerade über die Rhone-Brücke von Tarascon entfernt. Dabei gehörte die Stadt zum Königreich Langedoque, die andere, Tarascon, zu Frankreich. Beaucaire gehörte zu den Hugenotten und Tarascon war römisch-katholisch,

Wie es ausging sieht man an den Burgen, die von Tarascon steht prächtig dar, die andere ist nur noch eine Ruine. Aber dennoch hat uns Beaucaire viel mehr gefallen. Die Plätze in der Altstadt haben Flair, die Straßen sind sauber und aufgeräumt.

Außerdem besitzt Beaucaire einen Port de Plaisance, einen Hafen für Freizeitkapitäne und Kanalboote. Hier endet der Kanal Sête à Rhone.

Und hier endet auch unsere Reise, die nächsten Tage sind dann nur noch Fahrtage, darüber wird wohl nichts zu berichten sein. Der Kilometerstand fürs Fahrrad steht nun bei 8795 km, 649 km mehr als bei unserer Abfahrt in Crailsheim. Frankreich ist einfach sehr gut geeignet zum Fahrrad fahren.

Danke allen treuen Besuchern meines Blogs.

Tarascon

Heute fuhren wir auf dem „Voie verte des Alpilles“, der teilweise auf dem ehemaligen Gleisbett der alten Linie Orgon – St Rémy – Tarascon verläuft. Die Steigung hinunter zur Rhone ist minimal und der Weg ist gut ausgeschildert und mehere Straßenübergänge gut gesichert.

Den ersten Stopp machten wir am Ortsausgang von St. Etienne-du-Grès. Dort viel uns schon bei unserem ersten Besuch die Getreidehandlung auf. Wo nur eben möglich sind dort Wandbilder aufgesprüht. Einige waren uns schon vertraut, andere waren neueren Datums.

Um so näher man Tarascon kommt, um so mehr häufen sich die Industrieanlagen. Im Zick.zack, um auf keiner Hauptstraße zu landen wir man zum Bahnhof von Tarascon geführt. Von dort sind es nur ein paar Schritte zur Altstadt. Hier ist leider nicht viel los. Die Arkaden und das Rathaus waren schon die Highlights.

Herausragend ist aber das Schloss, wir würden eher von der Burg reden. Erbaut wurde sie im späten 15. Jahrhundert und ist noch vollständig erhalten. Mit 45 m Höhe wirkt sie sehr mächtig. Viele Jahre wurde sie als Gefängnis benutzt.

Les Baux de Provence

Oben auf den Alpilles, auf einem Felssporn, der nach Süden zeigt liegen Schloß und Ortschaft Les Baux. Von St. Rémy aus mussten wir auf schmaler Straße einen Pass überwinden, um dort hin zu kommen.

Vor dem Ort liegt ein ehemaliger Steinbruch, der seit ein paar Jahren für Lichtprojektionen genutzt werden. Wir hofften auf Monet, heute war aber der Kleine Prinz an der Reihe.Das war ganz nett gemacht, Monet hätte uns aber mehr interessiert.

Von dort ging es durch eine kleine Senke und hinein in eine Privatstraße, die kurz vorm Ort an einem kleinen Parkplatz endete. Von dort geht es nur noch zu Fuß weiter. Zuerst durch ein Stadttor und dann durch enge Gassen, die den Touristen all das anboten, was man partout nicht braucht.

Ausnahme waren die Calissons, ein Gebäck aus Melone, Orangen und Mandeln im Grundrezept. Dazu werden nach Geschmack Beeren oder Kräuter hinzu gefügt.

Calissons

Unsere Besichtigungstour endete am Ende des Felssporns, wo man einen gut 270° Rundblick hatte, bis runter ans Meer. Dann ging es zurück an die Fahrräder, den Pass hinauf und gut abgebremst wieder hinunter, wo wir von Freunden zum Boulespielen erwartet wurden.

Glanum

Am nördlichen Ausganges einer Passstraße über die Alpilles liegt Glanum, Einer Stadt aus der Gallo-Romanischen Zeit. Später wurde sie von den Römern erobert und umgebaut. Durch sie führte auch die 500 km lange Via Domina, die von Italien nach Spanien führte. In Narbonne konnte man direkt im Zentrum ein Stück von ihr sehen.

Die Ausgrabungsstätte gibt es erst seit 1920, Einen Triumphbogen und eine Siegessäule gab es noch, während der Rest teils abgetragen, teils von den Geröllmassen des durch das Tal führenden Baches begraben wurde.

Wasser war von Beginn an das wichtige Element für die Stadt. Eine Quelle wurde schon früh als Heilquelle angesehen. Die aufgefundenen Brunnen führen noch heute Wasser. Im Museum sahen wir uns eine 3D-Animation an an Hand der man sich gut die Gebäude darstellen konnte, wie sie früher ausgesehen hatten.

Danach gingen wir unterstützt von einem Audio-Guide über das bereits ausgegrabene Gebiet. Die Grundrisse der Häuser ließen sich gut erkennen, auch stehen noch einige Säulen. Wir liefen auf den Steinen der ehemaligen Hauptstraße, die den Abwasserkanal abdeckten.

Mosaike und Skulpturen kann man im Museum der Stadt besichtigen, aber nur im Sommer, und für die Verantwortlichen ist es bereits Winter.

St. Remy en Provence

Das Städtchen liegt südlich von Avignon und nördlich des Höhenzuges Apilles. Gegründet wurde sie im 14. Jahrhundert nach dem dem Vorgänger der Ortschaft, der näher an den Bergen gelegen hatte, mehrmals zerstört wurde.

Ein Straßenring rund um die Altstadt lässt noch die ehemalige Stadtmauer erahnen. Die kleinen Gassen sind erhalten geblieben. Über sie kann man hübsche kleine Plätze entdecken. Dazwischen reihen sich Geschäfte. Vor allem wenden die sich an Touristen,

Ich kenne keinen Ort, die so viele Galerien auf so engem Raum vereint. Es war selbst jetzt in der Nachsaison noch viel los. Das hat auch damit zu tun, dass gerade Volksfeststimmung herrscht. Auf einer Straße wurden Stiere getriezt, die aber oft vor dem gerade geschlossenen Tür ihres Containers standen und nur einfach weg von den Menschen wollten.

Zu Mittag haben wir ein neues Restaurantkonzekt erlebt. Es gibt nur Portionen und die sind von vorne herein für mindestens 2 Personen berechnet. Ein Kind könnte locker mit satt werden. Vor einem Vorspeisensalat hat man uns abgeraten, das würden wir nicht schaffen. Der Nachtisch, Apfeltorte, war dann auch ein doppeltes Stück, was wir uns gut teilen konnten.

Am Nachmittag beginnt der Rummel, aber dann wollen wir zu den Ausgrabungen, was mir einen weiteren Blogbeitrag wert ist.

Agde und der Canal du Midi

Agde liegt ja nicht direkt am Meer, deswegen mussten wir heute Morgen entlang des Hérault vom Meer weg fahren. Auf beiden Uferseiten lag ein Boot hinter dem anderen. Der eigentliche Stadtkern liegt auf dem östlichen Ufer.

Die ältesten Gebäude wurden aus einem fast schwarzem Gestein errichtet, was dem Ort ein düsteres Ambiente verleiht. Zum Fluss zu befinden sich viele kleine Gassen, zum Teil sind sie nicht befahrbar. Da zwischen liegen einige kleine Plätze. An einem hat man aus der Not eine Tugend gemacht und die östliche Fassade mit einem großen Fresko bemalt.. Erkennt ihr, was gemalt bzw. was echt ist?

Nach dem Mittagessen fuhren wir einen Kanal hinaus zum Canal du Midi. Hier befindet sich der Abzweig zur Stadt mitten in einer Schleuse, so dass es hier 3 Schleusentore gibt. Wer in die Stadt will, muss in der Kammer das Boot um 90° drehen.

vorne – hinten – rechts

Danach folgten wir dem Canal-du-Midi in westlicher Richtung. Nach nur wenigen Kilometern kreuzt der Canal den Fluss Libron. Das haben wir schon mehrmals gesehen. Meist wird der Kanal mit einer Brücke über den Fluss geleitet. Hier ist der Niveau-Unterschied zu gering und der Libron führt nur manchmal, aber dann Hochwasser.

Durchsicht vom Kanal aus, der Libron würde von links nach rechts fließen

Dann wurde der Kanal dicht gemacht. Ein Schleusensystem ermöglichte in 2 Schritten das Durchfahren des Flusses. Bekannt ist das Bauwerk unter dem Namen: Ouvrages du Libron.

An der Mündung des Hérault

Der Hérault fließt an der Stadt Agde vorbei ins Mittelmeer. Er ist recht tief und eine ganze Weile schiffbar. So liegen auch größere Fischerboote flussaufwärts am Ufer. Der Canal-du-Midi fließt oberhalb von Agde in den Hérault. Eine weitere Kanalverbindung gibt es in den Etang de Thau und weiter nach Sête, wo der Canal-du-Midi aufhört.

Wir sind am letzten Campingplatz vorm Strand unter gekommen. Bis jetzt war von Animation nicht viel zu merken, aber jetzt kurz vor 22 Uhr wird das Gegröle etwas nervig. Da nun schon etliche Campingplätze in die Winterpause gegangen sind, muss man nehmen, was angeboten wird.

Nachmittags haben wir einen Spaziergang zum Leuchtturm gemacht, ein- und ausfahrende Boote beobachtet. Am Strand war auch noch etliches los. Wegen der letzten kalten Nächte ist auch das Wasser nicht mehr so frequentiert. Strandwandern und Drachen steigen lassen ist angesagt.

Auf dem Heimweg habe ich zum ersten Mal Samen an einem Oleander gesehen. Den habe ich natürlich aufnehmen müssen. Auf dem Platz konnte ich mehrere Eichhörnchen und Möven beobachten. Die großen Vögel setzen sich auf die Wohnmobile und schauen, ob sie hier leichte Beute machen können.

Abends haben sie auf dem Campingplatz Essen vom Grill und Paella angeboten. Das war gut und recht gemütlich.

Canal de la Robine – Nordteil

In Narbonne waren wir schnell vom Campingplatz aus. Heute Morgen wollten wir zuerst in die Markthalle gehen. Erbaut wurde sie 1901. Innen war viel los und es herrschte ein ziemliches Gedränge.

Die Würstchen gibt als Nature, Nuss , Schaf, Schinken, Blau-Schimmelkäse und Chorizo, die sollte man mal durchprobieren.

Danach mussten wir feststellen, dass das Office Touristique umgezogen ist, leider ist das weder auf dem neuen Stadtplan noch im Internet vermerkt. Ja, irgend wann standen wir vor der Tür bzw. drinnen. Gute Informationen bekamen wir nicht, was uns für die Weiterfahrt auf die falsche Kanalseite brachte.

Der Weg war mal wieder grausig, es war ja auch nicht „der“ Weg. Nach 6 km kam eine Brücke und wir konnten auf die richtige Seite wechseln. Ein Stück an der Straße entlang fuhren wir nach Cuxac-d`Aude, wo wir in einem Restaurant, das zum Teil von Behinderten geführt wird, ein schmackhaftes Mittagessen.

Die Bilder zeigen die Aude von der Brücke bzw. die Hauptstraße von Cuxac von der Brücke. Auf der Rückfahrt fuhren wir ein Stück an der Aude entlang bis kurz vor die Stelle, wo der Canal die Aude in Richtung Narbonne verlässt. Ganz kommt man leider nicht hin. Später konnten wir noch ein Boot beobachten, dass gerade eine Schleuse verlässt.

Die Frau trägt den Namen Almerita und stellt eine Zigeunerin dar. Das Fresko fand ich am Place de Verdun.

Porte-la-Nouvelle

Sonniges Wetter, dann mal auf, mit dem Ziel das Ende des Kanals zu erreichen. Der größte Schock kam gleich zu Beginn, der Weg war noch schlechter, tiefe Spuren im lehmigen Boden, Pfützen grobe Steine. Nein, das ist kein Fahrradweg. Trotzdem haben wir uns durch gekämpft, Landschaftlich war der Ausflug ein Erlebnis.

Links von uns befand sich zuerst eine große Lagune, später das Meer. Rechts der Kanal, parallel dazu die Eisenbahnstrecke Barcelona-Narbonne, danach wieder eine Lagune mit Kyte-Surfern. Ja, und Wind gab es auch.

Insgesamt kamen wir an 2 Schleusen vorbei. Kurz nach der letzten Schleuse war auch wieder Autoverkehr möglich, gleich war mehr los. Dabei waren wir überrascht wie viele Radfahrer mit voll gepackten Satteltaschen unterwegs waren.

Porte-la-Nouvelle, der neue Hafen, ist eigentlich ein verträumter Fischerort, wenn man davon absieht, dass man nördlich am Strand den Hafen und Industrie angesiedelt hätte. In den Gässchen merkt man nichts davon und man kann gemütlich Essen gehen. Wir haben uns für Lasagne mit Jakobsmuscheln entschieden. Wir können es in diesem Lokal nur empfehlen.

Dann ging es auf den Heimweg, zuerst über und unter etlichen Brücken, dabei entdeckte ich das schöne Fresko mit der historischen Ansicht des Ortes. Dann haben wir uns mit dem Navi eine bessere, asphaltierte Route gesucht und der dann gefolgt, 3 Autos auf 20 km, das geht doch.