Lienz im Drautal

Gestern sind wir über Udine den kürzesten Weg ins Drautal gefahren. Dabei mussten wir über den Plöckenpass mit einer Höhe von 1357 m ü. NN. Der ist auf beiden Seiten recht steil und deswegen für Busse und LKW verboten. Bei einem Halt in der Nähe der Passhöhe fand ich Orchideen und Bartnelken, von denen ich nicht geahnt habe, dass es die in freier Natur bei uns gibt.

Etappenziel war Oberdrauberg, mit seinem städtischen gut ausgestatteten Campingplatz. Gut ausgestattet mit Informationen, noch in Papierform, machten wir uns heute auf den Drauradweg in Richtung Lienz.

Die Drau führt noch recht viel Wasser. Der Fahrradweg verlief zum größten Teil auf dem Hochwasserdamm und ist bis auf ein kurzes Stück asphaltiert. Heute am Sonntag war recht viel in beiden Richtungen los. Mit der Gästekarte als Übernachtungsgast kann man den parallel verlaufenden Zug samt Fahrrädern umsonst benutzen.

Lienz hat ein nettes autofreies Zentrum, nur hatten die meisten Restaurants geschlossen. Wir fanden eine Mischung zwischen Mc Donalds und Döner, wir wurden satt. Dann ging es die etwas über 20 km zurück zum Campingplatz.

Näher hingeschaut

Heute ist Waschtag, nach der etwas längeren Radtour gestern wollen wir uns etwas ausruhen, außerdem ist ab Mittag Regen angesagt. Während die Maschine arbeitet, habe ich etwas Zeit mich mit meinen Bildern zu beschäftigen: Bei dem ersten Bild handelt es sich um eine Reseda alba. Ihr würziger Duft zieht Insekten an. Erst zu Hause entdeckte ich den Roten Soldatenkäfer auf der Blüte.

Malvengewächse finden sich ja häufig um das Mittelmeer herum. Beim Nachschlagen stutzte ich über den Namen Pappel, den ich mit einer ganz anderen Pflanze in Verbindung brachte. Hier die Nizzäische Käsepappel (Malva nicaeensis), im Lateinischen also Malva, was auf Deutsch nichts anderes als Pappel bedeutet.

Hier haben wir die Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus). Beim näheren Hinschauen kann man noch den Grüner Scheinbockkäfer (Oedemera nobilis) und eine Zuckmücke erkennen.

Hier noch etwas Schönes, der Neapolitanische Lauch (Allium neapolitanum). Den fand ich hier am Lago di Bracchiano. Und auch da gibt es wieder einen Hingucker, eine Schnepfenfliegen (Rhagionidae). Nicht, dass ich die alle mit Namen kennen würde. Wofür hat man nicht Google Lens? Ich finde es einfach schön, diese Tiere hier zu entdecken, wenn ich damit auch etwas mehr Zeit beim Fotografieren benötige.

Vorhin saßen wir auf einer Bank am See, wir genossen die Sonne, Gudrun, die Italienische Mauereidechse (Podarcis siculus) und ich.

Die Wäsche ist nun im Trockner und wir gönnen uns eine Pizza, die wir uns im Camping-Restaurant holen. Bis demnächst hier bei unserem Blog.

Anfahrt zum Gardasee

Wir konnten gemütlich unsere letzten Dinge einpacken, denn wir wollten am ersten Tag nur bis kurz hinter Kempten fahren. Es war herrliches Wetter und relativ wenig Verkehr auf der Autobahn. Kurz vor der Mittagspause kamen wir an und bekamen in dem kleinen Restaurant Gemüsesuppe und Kaiserschmarren. So weit alles gut, aber dann, es zog sich zu, ein Gewitter auf und es hagelte, dass wir Sorgen hatten, ob unsere Dachfenster das aushalten würden. Sie hielten.

Außerdem sank die Außentemperatur rapide. Bei 4°+ wachten wir am frühen Morgen auf und ließen erst mal eine Weile den Heizofen laufen, dann kurz entschlossen zogen wir uns an und fuhren so gegen 7:15 Uhr los. Einen Kaffee bekamen wir später in Österreich. So früh am Montag war auf der Straße nicht viel los und wir kamen gut über die Pässe.

So gegen halb 3 erreichten wir unseren Platz bei Peschiera. Hier gibt es noch genügend Platz und wir suchten uns einen ganz vorne am Ufer aus. Es war wieder herrlich warm und wir entspannten bei T-Shrt-Wetter. So fängt der Urlaub gut an.

Heute haben wir die Fahrräder heraus geholt und sind zuerst nach Peschiera hinein gefahren. Es ist schon gut was los und in den bezaubernden Gässchen haben wir uns einen Kaffee gegönnt. Dann ging es um die Zitadelle herum an den Mincio und auf den Fahrradweg in Richtung Mantua. Der Weg ist gut ausgebaut und wir waren erstaunt wie viele Fahrradfahrer unterwegs waren.

Natürlich trafen sich alle in Borghetto. Die ehemaligen Mühlen auf den Felsen im Mincio sind ein Hingucker, siehe Titelbild. Dahinter liegt die beeindruckende ehemalige Staumauer mit der man im Fall der Fälle Mantua trocken legen wollte. Keine Ahnung, ob sie jemals zum Einsatz kam. Nach einer Mittagspause ging es dann mit Windunterstützung zurück zum Gardasee. 42 km, das ist genug für die erste Tour.

An der Mündung des Hérault

Der Hérault fließt an der Stadt Agde vorbei ins Mittelmeer. Er ist recht tief und eine ganze Weile schiffbar. So liegen auch größere Fischerboote flussaufwärts am Ufer. Der Canal-du-Midi fließt oberhalb von Agde in den Hérault. Eine weitere Kanalverbindung gibt es in den Etang de Thau und weiter nach Sête, wo der Canal-du-Midi aufhört.

Wir sind am letzten Campingplatz vorm Strand unter gekommen. Bis jetzt war von Animation nicht viel zu merken, aber jetzt kurz vor 22 Uhr wird das Gegröle etwas nervig. Da nun schon etliche Campingplätze in die Winterpause gegangen sind, muss man nehmen, was angeboten wird.

Nachmittags haben wir einen Spaziergang zum Leuchtturm gemacht, ein- und ausfahrende Boote beobachtet. Am Strand war auch noch etliches los. Wegen der letzten kalten Nächte ist auch das Wasser nicht mehr so frequentiert. Strandwandern und Drachen steigen lassen ist angesagt.

Auf dem Heimweg habe ich zum ersten Mal Samen an einem Oleander gesehen. Den habe ich natürlich aufnehmen müssen. Auf dem Platz konnte ich mehrere Eichhörnchen und Möven beobachten. Die großen Vögel setzen sich auf die Wohnmobile und schauen, ob sie hier leichte Beute machen können.

Abends haben sie auf dem Campingplatz Essen vom Grill und Paella angeboten. Das war gut und recht gemütlich.

Sommer in La Tranche

Nach der Wäsche müssen wir nun einen verdorbenen Magen von Gudrun auskurieren. Mit dem zurückgekehrten Sommer wird das hoffentlich schnell gelingen. Nur sind so über interessanten Erlebnisse nicht so häufig zu berichten. Fangen wir am Morgen an, den Sonnenaufgang kann man hier problemlos erleben, denn der findet erst so um 8 Uhr statt.

Mit der Sonne ist der Strand auch wieder sehr gesucht. Man kann von hier in beiden Richtungen weit laufen. Nur wenn man Steinpyramiden bauen möchte, muss man etwas nach Steinen suchen, für die die baden gehen wollen, ist das natürlich sehr angenehm.

Auf einer Einkaufsfahrt bin ich zu den Salzwiesen gestoßen, hier leben viele Vögel, die man von den Stegen gut beobachten kann. Im Hintergrund kann man die Brücke, die auf die Île de Ré führt erkennen. Neben den hohen Wellen scheint sie auch die Algen ab zu halten.

Der nächste Ort ist L´Aiguillon-sur-Mer, eine Brücke führt da hinüber, wo es auch einen kleinen Hafen gibt und natürlich Fischgeschäfte und Restaurants. Da müssen wir unbedingt noch hin.

Zum Schluss noch eine Fundsache, die ich ums Mittelmeer immer wieder im Herbst finde: Die Sternbergia, die wie ein Krokus aussieht und seit ein paar Jahren auch regelmäßig in Crailsheim blüht. Hier auf dem Bild zusammen mit Kalifornischem Mohn.

Voie Verte: Sommieres-Caveirac

Schade, dass es die alte Eisenbahnstrecke nicht mehr gibt und schön, dass man aus der Trasse ein beliebtes Freizeitangebot kreiert hat. Startpunkt ist am ehemaligen Bahnhof von Sommieres. Der Bahnhof selber ist nun ein Hotel. Leicht ansteigend führt die Trasse durch ursprünglichen Steineichenwald auf die Anhöhe hinauf.

Hier befinden sich ausgedehnte Weingärten und Weiden mit weißen Pferden der nahen Camaque und schwarzen Stieren, denn in dieser Gegend ist der französische Stierkampf noch beliebt.

Am Endpunkt der Voie Verte fanden wir eine Bäckerei, wo man uns ein Stück Pizza warm machte, besser wie hungern. Hier fiel mir ein Innen wie außen bemaltes Buswartehäuschen auf. Es ist heute sehr warm und wir genossen den Fahrtwind.

Pyramiden-Knabenkraut (Anacamptis pyramidalis)

Auf der Rückfahrt entdeckten wir, dass sich in dem kleinen Bahnhof Congenies eine Bar / Restaurant befindet, was zu einem Café allongé einlud. Auf einer Wiese blühten Orchideen um die Wette und im Wald standen rote Waldvögelein-Pflanzen. Einfach ein perfekter Tag.

Sommieres

Der Ort liegt am Fluss Vidourie und bis Nîmes sind es etwa 30 km. Die Brücke stammte in ihren Anfängen aus der Zeit des Tiberius und war 200 m lang. Heute sind Teile durch Wohnhäuser überbaut und die Brück existiert als Kellergewölbe.

Im Krieg gegen die Hugenotten wurden große Teile der Stadt zerstört, so stammen viele Häuser aus der Zeit nach 1780. Einer der Brückentürme wurde später als Stadttor genutzt. 1603 erhielt er einen kleinen Turmaufbau mit schmiedeeisernem Glockenkäfig.

Im Ortszentrum befindet sich ein mit Arkaden gesäumter Platz. Von hier gehen mehrere schmale Gassen mit netten Geschäften weg. Das Handwerk, das angeboten wird, wird meist selber hergestellt, ist also keine chinesische Massenware.

Eingekauft haben wir bei einem Metzger, der uns gleich erklärte wo seine Schweine her stammen und auch im Käseladen gab es nur Produkte aus eigener Produktion. So hebt sich der Ort mit gerade mal 4000 Einwohnern angenehm von anderen touristischen Anziehungspunkten ab.

Auvillar

Der Ort war ursprünglich ein befestigter römischer Ort. Zu seinem geschichtlichen Erbe gehört, dass er auf dem Weg  Via Podiensis, einem der 4 befestigten Weg nach Santiago de Compostella liegt.

Außerdem liegt er im Gebiet des Kreuzzug gegen die Albigenser (1209–1229), der Hundertjährige Krieg gegen die Engländer (1337–1453) und die Religionskriege (1562–1598), was blieb ist ein reizender Ort, einem der „plus belle Villages de France“. Vom Parkplatz liefen wir direkt auf St. Peter zu, deren Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurück reichen. Etliche Umbauten und Restaurationen musste sie mit den Jahren über sich ergehen lassen.

Von hier hat man einen schönen Blick über die Garonne (s.o.), eine alte Hängebrücke, die Ebene inklusive Kernkraftwerk. Dreht man sich um, läuft man auf den alten Kornspeicher zu. So interessant er aussieht, kann ich mir nicht vorstellen wie er ehemals funktioniert hat.

An verschiedenen Stellen findet man kleine Pilgerfiguren an den Häusern, die mit einen Teil des Charmes des Ortes ausmachen.

Zum Schluss schritten wir durch den alten Uhrturm aus dem 17. Jahrhundert, dem einzigen Stadttor, das es noch gibt. Auffallend ist, dass hier oft Ziegelsteine verwendet werden, teils zur Verfachung der Fachwerke, teils im Wechsel mit Natursteinen.

Orolon – eine Fahrradtour

Wieder in Frankreich, der Unterschied ist enorm. Nicht nur dass die Sprache viel melodiöser ist, die Häuser viel seltener verfallen am Wegesrand stehen, sondern es ist GRÜN. Das Fahrradfahren direkt vom Campingplatz ist problemlos und so machten wir eine Tour in ein kleines Tal hinein.

Wiesen sind in Spanien, abgesehen von der Extremadura eine Seltenheit. Hier ist es wie im Allgäu. Fast greifbar nah liegt auf den Bergen noch Schnee, aber in den Bauerngehöften fehlen selten ein oder mehrere Palmen. Das Foto zeigt wohl eines der hier häufiger zu findendes Wochenendhaus. Der Garten ist wie ein Park bis zur obersten Kante gepflegt.

Nachdem man bei uns so einen Zirkus um die Gestaltung der Kreisverkehrs-Inseln gemacht hat, schauen wir im Ausland immer mal wieder genauer hin, Hier sitzt ein Hirte mit Hund und seinen Tieren vor seiner Hütte. Nicht weit davon stehen Schilder, die auf den Verkauf von Käse aus eigener Herstellung hinwiesen.

In so einem Hofladen haben wir eingekauft, und was der nicht hatte, konnten wir im BIO-Coop, nicht weit vom Campingplatz, erstehen: Endlich mal wieder Brot, das Substanz hat und auch so schmeckt.

Zum Schluss noch 2 Blümchen: Das Holunder-Knabenkraut, dass ich gestern kurz vor der Passhöhe fand und von heute der Braune Storchenschnabel.

Playa de Gandia

Wir hatten ja nicht weit zu fahren, so etwa 50 km weiter nach Süden, aber die Suche nach einem Supermarkt mit einem großen Parkplatz erwies sich als aufwendig. Für die letzten Kilometer hatten wir die Information nicht dem Navi zu folgen, was wichtig war, denn als wir vor einer sehr engen Eisenbahnüberführung standen und der danach folgende Weg eine schmale Spur durch einen Sumpf war, kehrten wir um und versuchten unser Glück über größere Straßen, was mit etwas Gespür gut funktionierte.

Die Anfahrt erschreckte uns in so fern wir auf eine große Reihe von Hochhäusern zufuhren, die in mehreren Reihen den Strand entlang aufgereiht sind. Unser Campingplatz liegt dagegen wenige hundert Meter zurück versetzt zwischen Gräben, Schilf und Oragenplantagen ganz ruhig und idyllisch. So ruhig, dass wir auf dem Weg eine Sumpfschilkröte entdeckten, die über die Straße wollte.

Am Nachmittag sind haben wir den Hochhausgürtel durchquert und gelangten an eine breite Promenade, die in einen feinsandigen Strand überging. Alles sauber gerecht, fiel uns keine einzige Kippe oder Flasche auf. Trotzdem ist das nichts für uns. Wir fuhren weiter bis zu einem Hafen.

Hier liegen zum Glück nicht nur Yachten, sondern auch Fischerboote und ein Frachtschiff wurde gerade entladen.

Um eine Schule herum fanden wir etliche schöne Wandmalereien. Die Schule ist rund herum wie ein Gefängnis von einer Mauer umgeben, zu ihrer Sicherheit, hat man mir erzählt.