Narbonne -Les Floralys

Gestern war Fahrtag, immer entlang der Pyreneen bis nach Narbonne. Wer schimpft hier über den heftigen Wind?, er hat uns kräftig geschoben. Hier ist er nun etwas lästig, aber nach 18 Uhr soll vorerst Schluss damit sein.

Der Campingplatz liegt direkt am Kanal, dieser Teil des Canal du Midi heißt Canal de la Robine. Die Abzweigung kennen einige von Euch aus meinem Video vom Canal du Midi. Dieses Ende bis zum Mittelmeer hat uns noch gefehlt. Aber dassdas (s.Foto) ein ausgebauter Fahrradweg sein soll, wage ich zu bezweifeln.

Trotzdem waren wir zügig in der Stadt, gerade mal 3 Kilometer und die Piste wurde immer besser. Im Zentrum ist es eine breite Promenade, flankiert mit den nobelsten Häusern. Gleich rechts erreicht man das Altstadtviertel mit dem Palais Archevêques. Mit Blumen geschmückt und im Innenhof einer interessantes Skulptur.

Daneben steht die Kathedrale. Wir betraten zuerst den Kreuzgang von dem einige interessant gastaltete Wasserspeier sieht. Das gotische Kirchenschiff ist sehr hoch. Die Länge des Kirchenschiffs dagegen viel zu kurz. Außen sieht man Reste, die auf einen längeren Bau schließen lassen.

Alles wirkt freundlich und sauber. In der Innenstadt verkehrt ein kostenloser Elektrobus. Der Supermarkt dagegen war mit dem Fahrrad nur schwierig zu erreichen, aber wir haben alles bekommen, was wir so benötigten.

Radtour nach Agen

Dass wir bereits vor ein paar Jahren dort waren, fiel mir erst auf, als wir an einem besonderen Streetart-Gemälde vorbei kamen. Damals kamen wir von Osten in die Stadt hinein, dieses Mal von Westen, etwa 10 km vom Campingplatz aus.

Nur 2 kurze Stücke mussten wir auf einer stark befahrenen Straße fahren, dann kamen wir an der Kläranlage und etwas weiter flussauf am Wasserwerk vorbei. Normalerweise sind das keine Orte, um vom Fahrrad abzusteigen, dieses Mal schon.

Das nächste Highlight war die Pont Canal, wo der Garonne-Seitenkanal hoch über die Garonne und den Fahrradweg geführt wird. Auf dem Bild sieht man eine Bootsbesatzung über die Brücke hinaus schauend.

Kurz darauf erreichten wir die Innenstadt. Häuser wie das Museum und das Theater besitzen eindrucksvolle Bauwerke, viele der Stadthäuser müssen aber grundlegend saniert werden, einige Läden stehen leer da. Die Stadt versucht durch Blumenschmuck, Deko in den Straßen oder Baumkronen so wie Kunstobjekte die Innenstadt freundlicher zu gestalten.

Essen gehen ist manchmal kompliziert, Sonntags sind die Lokale „complet“, Montags dafür geschlossen. Da bleibt oft Fastfood oder wie heute ein Taco-Restaurant, originell über mehrere Etagen verteilt, das Essen kam sicherlich aus der Mikrowelle.

Nach einer weiteren Runde durch die Innenstadt bei Sonnenschein zogen in der Ferne dunkelgraue Wolken auf. Also, den Fahrradweg für den Rückweg gesucht und los geradelt. Beim letzten Ort vorm Ziel fing es an zu regnen. Zuerst hielt ein Haselnussstrauch das meiste ab, dann zogen wir uns unter eine Treppe zurück. Die Wäsche (links im Bild) hatte jemand vergessen und wurde nass, während die Kaktusblüte gut geschützt durch das Dach weiter blühte.

Moulin de Mellet

Nachdem es heute Morgen noch getröpfelt hat, kommt nun die Sonne heraus. Bis zum frühen Nachmittag haben wir es geschafft auf unserem jetzigen Campingplatz bei Nogent einzutreffen. Die Fahrt ohne Autobahn stellte sich stellenweise als knifflig heraus, da uns der Routenolaner von google mehrmals über eine für mehr als 3,5 t gesperrte Brücke über den Canal lateral de la Garonne schicken wollte.

Das wäre ja noch gerade so gegangen, wenn man die Straße nicht auch noch auf 2,30 m eingeengt hätte und das in einer steilen Kurve, damit hatten selbst PKW Probleme. Dabei hätten wir überhaupt nicht auf die andere Seite wechseln müssen. Erst kurz vor Agen fanden wir eine neuere Brücke, die wir bedenkenlos nutzen konnten.

Der Platz hier an der Mühle liegt sehr idyllisch. Unser Platz hat Blick auf einen Bach, der danach zur Mühle fließt. Die Chefin hat sogar noch etwas (14:30 Uhr) für uns gekocht. Gegenüber des Restaurants liegt der Bouleplatz, das ganze Gelände erinnert an einen Park. Natürlich gibt es einen großen Pool und zur Straße zu ein Kleintiergehege.

Was noch typisch französisch ist: Im Supermarkt findet man immer eine große Auswahl an Büchern. Dazu gehören mindestens 2 m² Comics für Jung und Alt. Die gehören hier einfach mit zur Literatur. Die auf dem Foto sind nur einige wenige aus der Ausleihe des Campingplatzes. Daneben stehen auch die 2 Tischfußballspiele, die hier auch noch sehr belibt sind.

Während sich in Deutschland Kunst und Politik nur selten verbinden, ist das hier normal und große Hauswände an Hauptstraßen werden genutzt seine politische Meinung Kund zu tun. Während bei uns der Mediamarkt immer mehr die Tonträger aussortiert kann man hier im Intermarché (ähnlich Kaufland) ein Schallplattenangebot von mindestens 30 verschiedenen Platten finden (historische Aufnahmen wie auch neue.

Bourg en Gironde

Das Wetter war heute Morgen schön, aber was solls, wenn der Campingplatz zu macht, müssen wir weiter ziehen. Unser Ziel war Bourg en Gironde. Unterhalb der Zitadelle stehen wir auf einem schmalen Landstreifen an der Gironde, so nennt man den Mündungstrichter den Garonne und Dordogne bilden.

Der Mündungstrichter ist 75 km lang und bis zu 15 km breit. Außerdem nennt man die Landschaft um den Mündungstrichter herum auch Gironde und bildet ein eigenes Département (Landkreis). Diese Gegend war natürlich auch militärisch von großer Bedeutung, früher für die Engländer im letzten Weltkrieg für das Hitler-Regime.

In den Tuffstein auf dem sich die Zitadelle Bourg befindet, wurden große Keller ausgegraben, um dort ein Treibstofflager für die Franzosen zu errichten. Beim leichtern zerstörte ein deutsches Torpedo ein italienisches Tankschiff, direkt vor dem Campingplatz und kommt bei Ebbe weit aus dem Wasser.

Der Ort besitzt ein paar nette Gässchen, mehrere Stadttore sind noch erhalten und von oben hat man einen guten Blick über die Gironde. Ein Reklameschild weist auf den einheimischen Crémont hin, samt Zuckerkuchen, den Sekt aus der Region.

La Tranche-sur-Mer, Ortserkundung

Wie ich hörte, hat man meine Beiträge an manchen Tagen vermisst. Danke für das Kompliment, das dahinter steckt, aber es ist mein Anspruch nur etwas zu veröffentlichen, wenn ich der Meinung bin, dass es auch andere interessieren könnte. Unsere Reise ist nicht vorgeplant, jeder Tag eine Überraschung und so auch das, was wir erleben.

Nun gut, zu unserer heutigen Tour: Unser Campingplatz liegt ganz im Süden von La Tranche, so sind es einige Kilometer bis ins eigentliche „Stadt“-zentrum. Fast den ganzen Weg gibt es einen Fahrradweg parallel zur Straße, gesäumt von kleinen Privathäusern mit hübschen Gärten.

Dazu sind Fahrradweg und Straße durch Pflanzstreifen von einander getrennt. Da blüht gerade Violette Tulbaghia, auch Zimmerknoblauch genannt.

Zum Strand führen laufend Stichstraßen und auf der Höhe des Zentrums gibt es auch eine kleine Promenade. Hier entstand die Strandaufnahme. Danach sind wir weiter in Richtung Leuchtturm gefahren. Einen schönen Blick hat man nicht von dort, da er fürs normale Volk gesperrt ist. Zurück ging es ins Zentrum bei der kleinen Kirche, dort kann alles Wichtige finden.

Auf dem Rückweg haben wir noch am Bouleplatz halt gemacht und haben dem Treiben eine Weile zugesehen. Zu Abend werden wir draußen vor dem Wohnmobil essen und später vielleicht einen weiteren Film über den Kommissar Dupin ansehen.

Sommer in La Tranche

Nach der Wäsche müssen wir nun einen verdorbenen Magen von Gudrun auskurieren. Mit dem zurückgekehrten Sommer wird das hoffentlich schnell gelingen. Nur sind so über interessanten Erlebnisse nicht so häufig zu berichten. Fangen wir am Morgen an, den Sonnenaufgang kann man hier problemlos erleben, denn der findet erst so um 8 Uhr statt.

Mit der Sonne ist der Strand auch wieder sehr gesucht. Man kann von hier in beiden Richtungen weit laufen. Nur wenn man Steinpyramiden bauen möchte, muss man etwas nach Steinen suchen, für die die baden gehen wollen, ist das natürlich sehr angenehm.

Auf einer Einkaufsfahrt bin ich zu den Salzwiesen gestoßen, hier leben viele Vögel, die man von den Stegen gut beobachten kann. Im Hintergrund kann man die Brücke, die auf die Île de Ré führt erkennen. Neben den hohen Wellen scheint sie auch die Algen ab zu halten.

Der nächste Ort ist L´Aiguillon-sur-Mer, eine Brücke führt da hinüber, wo es auch einen kleinen Hafen gibt und natürlich Fischgeschäfte und Restaurants. Da müssen wir unbedingt noch hin.

Zum Schluss noch eine Fundsache, die ich ums Mittelmeer immer wieder im Herbst finde: Die Sternbergia, die wie ein Krokus aussieht und seit ein paar Jahren auch regelmäßig in Crailsheim blüht. Hier auf dem Bild zusammen mit Kalifornischem Mohn.

La Tranche-sur-Mer

Nun sind wir ein gutes Stück nach Süden gerutscht. Der Morgen kündigte bereits einen Wetterwechsel an, zwar noch windig, aber die Sonne lies sich bereits sehen. Dann schien mir während der Fahrt die ganze Zeit die Sonne auf den Bauch, kaum auszuhalten.

Kurz nach Mittag erreichten wir unseren Campingplatz. Viel Platz für Wohnmobile hat er nicht, das meiste sind Bungalows, dafür stehen wir ganz vorne direkt an der Düne zum Strand.

Es sind kaum 50 m und man steht auf feinem Sandstrand und der dehnt sich weit in beide Richtungen aus. Neben Sonnenbadende findet man auch einige Badegäste und Surfer. Es sind aber nicht mehr viele und so bietet der Campingplatz nur noch Fritten zum Mitnehmen.

In den Ort ist es aber auch nicht weit und dort habe ich für 15 € das Tagesmenu genommen und war sehr zufrieden.

Ich kenne da 2, die gerne baden gehen, das wäre was für euch!

Auf der Halbinsel von Batz-sur-Mer

Von zu großer Trockenheit ist hier nichts zu bemerken. Heute Nacht sind wir aber nur einmal durch einen heftigen Schauer geweckt worden. Mit 17° war es heute Morgen recht warm, dabei hatten wir eine Luftfeuchtigkeit von 94%. Es regnete nicht, aber die Luft war so feucht, dass die Brille beschlug und es sich im Gesicht feucht anfühlte.

die ersten beiden Bilder sind von der selben Stelle sofort nach einander aufgenommen worden.

Im Laufe des Vormittags wurde es aber immer freundlicher. Mit den Fahrrädern wollen wir die Halbinsel umrunden. Die Südküste ist eine Felsenküste mit kleinen Stränden zu denen Treppen hinunter führen.

Hier fand ich viele Muscheln, aber fast alle zerbrochen. Einige Salzpflanzen bedecken die Granitfelsen. Liegen die Felsen ganz im Wasser, werden sie von Möven besetzt. An einer Stelle steht ein Menhir, der schon gut 4500 Jahre auf dem Buckel hat.

Auch heute noch wird der Basalt verwendet, wenn man sich ihn leisten kann. Einige Villen, halb Burg, halb Schloss stehen mit unverbaubarem Blick aufs Meer hier. Könnte nur sein, dass sie das Meer eines Tages verschluckt. Die Skulptur steht in Batz-sur-Mer)

Le Croisic

In Le Croisic angekommen, war vom Wind nichts mehr zu spüren und wir aßen am Hafen zu Mittag. An der Vorderfront sah ich das Wappen der von Treves mit den in der Bretagne häufig zu sehenden Hermelin, bzw. ihres Trittsiegels.

Le Pouliguen

Westlich von St. Nazaire, noch in der Bretagne, sind wir gelandet. Hier gibt es immer wieder schöne Sandstrände, die die Besucher anziehen. Auch jetzt bei bewölktem Himmel und einzelnen Schauern ist um den Hafen einiges los.

Das Gewässer, das den Hafen bildet be- bzw. entwässert einen Teil des Marais salants de Guérande, einer flachen Bucht in der Salz gewonnen wird. Für die Bretonen ist Salz sehr wichtig, vor allem dem Fleur de Sel. Das sind die Salzkristalle, die sich an der Oberfläche des Salzwassers bilden. Es ist oft leicht rosa und hat einen feinen Duft und Geschmack.

Am Hafen und um die von außen gereinigte Kirche befinden sich die meisten Geschäfte, die Markthalle, die Cafés und Restaurants. Der Strand ist breit und schön sandig, wenn er auch jetzt am Ende der Saison nicht mehr von den Algen befreit wird.

Einige sehr schöne Häuser, ja Villen kann man finden. Wir blieben bescheiden und sind auf einem **-Platz (Camping Clein). Aber er hat alles, was wir so mögen, vernünftige Duschen, WIFI überall auf dem Platz und 2 Boulebahnen. In wenigen Minuten ist man am Hafen, am Strand oder bei den Supermärkten.

La Baule

Vallée des Saints

Nirgendwo sonst findet man so viele Heilige auf einem Platz, und das soll für jemanden wie mich ein lohnendes Ziel sein? Dazu stehen sie J-w-d, nur über eine kleine Straße zu erreichen auf einem Hügel. Wieso der Ort „Tal der Heiligen“ heißt erschließt sich mich nicht.

Eingangsbereich

Das ist ja auch egal, denn sie sind fantastisch, die Skulpturen, wie sie über das Land blicken, jede mit einer eigenen Geschichte und jetzt beieinander. Weit genug entfernt von einander, dass man einzeln mit ihnen in Kontakt treten kann.

Bei dem Projekt geht es um bretonische Volkskultur, die mit den bretonischen Heiligen verbunden ist. Im Moment sind es an die 200 Skulpturen.

Dann wiederum wirken sie aufeinander: Form, Stil, Ausdruck, Details, Kleidung, Mimik, Gestik, da ist die ganze Erde versammelt, friedlich, strahlend und beeindruckend wegen ihrer Größe.

Unterhalb des Berges liegt versteckt eine Kapelle. Wenn man von ihr kommt liegt gleich rechts der Werkhof mit weiteren rohen Steinen, Werkzeug und Skizzen. Im Besucherzentrum werden Führungen angeboten und natürlich Souvenirs. Der Eintritt ist frei, wenn man von von den großzügigen Parkgebühren absieht .

Auf unserer Weiterfahrt haben wir in einem Fernfahrerrestaurant zu Mittag gegessen. Für 34 € zu zweit all inklusive. Dem Koch gehört der Renault vor der Türe. Er bat mich das Nummernschild zu kaschieren, was ich natürlich gemacht habe. Dann haben wir der Bretagne ade gesagt und sind nun kurz vor der Loiremündung. Regen und kühle Temperaturen machten uns die Entscheidung einfach in den Süden auszuweichen.