An der Mündung des Hérault

Der Hérault fließt an der Stadt Agde vorbei ins Mittelmeer. Er ist recht tief und eine ganze Weile schiffbar. So liegen auch größere Fischerboote flussaufwärts am Ufer. Der Canal-du-Midi fließt oberhalb von Agde in den Hérault. Eine weitere Kanalverbindung gibt es in den Etang de Thau und weiter nach Sête, wo der Canal-du-Midi aufhört.

Wir sind am letzten Campingplatz vorm Strand unter gekommen. Bis jetzt war von Animation nicht viel zu merken, aber jetzt kurz vor 22 Uhr wird das Gegröle etwas nervig. Da nun schon etliche Campingplätze in die Winterpause gegangen sind, muss man nehmen, was angeboten wird.

Nachmittags haben wir einen Spaziergang zum Leuchtturm gemacht, ein- und ausfahrende Boote beobachtet. Am Strand war auch noch etliches los. Wegen der letzten kalten Nächte ist auch das Wasser nicht mehr so frequentiert. Strandwandern und Drachen steigen lassen ist angesagt.

Auf dem Heimweg habe ich zum ersten Mal Samen an einem Oleander gesehen. Den habe ich natürlich aufnehmen müssen. Auf dem Platz konnte ich mehrere Eichhörnchen und Möven beobachten. Die großen Vögel setzen sich auf die Wohnmobile und schauen, ob sie hier leichte Beute machen können.

Abends haben sie auf dem Campingplatz Essen vom Grill und Paella angeboten. Das war gut und recht gemütlich.

Sommer in La Tranche

Nach der Wäsche müssen wir nun einen verdorbenen Magen von Gudrun auskurieren. Mit dem zurückgekehrten Sommer wird das hoffentlich schnell gelingen. Nur sind so über interessanten Erlebnisse nicht so häufig zu berichten. Fangen wir am Morgen an, den Sonnenaufgang kann man hier problemlos erleben, denn der findet erst so um 8 Uhr statt.

Mit der Sonne ist der Strand auch wieder sehr gesucht. Man kann von hier in beiden Richtungen weit laufen. Nur wenn man Steinpyramiden bauen möchte, muss man etwas nach Steinen suchen, für die die baden gehen wollen, ist das natürlich sehr angenehm.

Auf einer Einkaufsfahrt bin ich zu den Salzwiesen gestoßen, hier leben viele Vögel, die man von den Stegen gut beobachten kann. Im Hintergrund kann man die Brücke, die auf die Île de Ré führt erkennen. Neben den hohen Wellen scheint sie auch die Algen ab zu halten.

Der nächste Ort ist L´Aiguillon-sur-Mer, eine Brücke führt da hinüber, wo es auch einen kleinen Hafen gibt und natürlich Fischgeschäfte und Restaurants. Da müssen wir unbedingt noch hin.

Zum Schluss noch eine Fundsache, die ich ums Mittelmeer immer wieder im Herbst finde: Die Sternbergia, die wie ein Krokus aussieht und seit ein paar Jahren auch regelmäßig in Crailsheim blüht. Hier auf dem Bild zusammen mit Kalifornischem Mohn.

Voie Verte: Sommieres-Caveirac

Schade, dass es die alte Eisenbahnstrecke nicht mehr gibt und schön, dass man aus der Trasse ein beliebtes Freizeitangebot kreiert hat. Startpunkt ist am ehemaligen Bahnhof von Sommieres. Der Bahnhof selber ist nun ein Hotel. Leicht ansteigend führt die Trasse durch ursprünglichen Steineichenwald auf die Anhöhe hinauf.

Hier befinden sich ausgedehnte Weingärten und Weiden mit weißen Pferden der nahen Camaque und schwarzen Stieren, denn in dieser Gegend ist der französische Stierkampf noch beliebt.

Am Endpunkt der Voie Verte fanden wir eine Bäckerei, wo man uns ein Stück Pizza warm machte, besser wie hungern. Hier fiel mir ein Innen wie außen bemaltes Buswartehäuschen auf. Es ist heute sehr warm und wir genossen den Fahrtwind.

Pyramiden-Knabenkraut (Anacamptis pyramidalis)

Auf der Rückfahrt entdeckten wir, dass sich in dem kleinen Bahnhof Congenies eine Bar / Restaurant befindet, was zu einem Café allongé einlud. Auf einer Wiese blühten Orchideen um die Wette und im Wald standen rote Waldvögelein-Pflanzen. Einfach ein perfekter Tag.

Sommieres

Der Ort liegt am Fluss Vidourie und bis Nîmes sind es etwa 30 km. Die Brücke stammte in ihren Anfängen aus der Zeit des Tiberius und war 200 m lang. Heute sind Teile durch Wohnhäuser überbaut und die Brück existiert als Kellergewölbe.

Im Krieg gegen die Hugenotten wurden große Teile der Stadt zerstört, so stammen viele Häuser aus der Zeit nach 1780. Einer der Brückentürme wurde später als Stadttor genutzt. 1603 erhielt er einen kleinen Turmaufbau mit schmiedeeisernem Glockenkäfig.

Im Ortszentrum befindet sich ein mit Arkaden gesäumter Platz. Von hier gehen mehrere schmale Gassen mit netten Geschäften weg. Das Handwerk, das angeboten wird, wird meist selber hergestellt, ist also keine chinesische Massenware.

Eingekauft haben wir bei einem Metzger, der uns gleich erklärte wo seine Schweine her stammen und auch im Käseladen gab es nur Produkte aus eigener Produktion. So hebt sich der Ort mit gerade mal 4000 Einwohnern angenehm von anderen touristischen Anziehungspunkten ab.

Auvillar

Der Ort war ursprünglich ein befestigter römischer Ort. Zu seinem geschichtlichen Erbe gehört, dass er auf dem Weg  Via Podiensis, einem der 4 befestigten Weg nach Santiago de Compostella liegt.

Außerdem liegt er im Gebiet des Kreuzzug gegen die Albigenser (1209–1229), der Hundertjährige Krieg gegen die Engländer (1337–1453) und die Religionskriege (1562–1598), was blieb ist ein reizender Ort, einem der „plus belle Villages de France“. Vom Parkplatz liefen wir direkt auf St. Peter zu, deren Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurück reichen. Etliche Umbauten und Restaurationen musste sie mit den Jahren über sich ergehen lassen.

Von hier hat man einen schönen Blick über die Garonne (s.o.), eine alte Hängebrücke, die Ebene inklusive Kernkraftwerk. Dreht man sich um, läuft man auf den alten Kornspeicher zu. So interessant er aussieht, kann ich mir nicht vorstellen wie er ehemals funktioniert hat.

An verschiedenen Stellen findet man kleine Pilgerfiguren an den Häusern, die mit einen Teil des Charmes des Ortes ausmachen.

Zum Schluss schritten wir durch den alten Uhrturm aus dem 17. Jahrhundert, dem einzigen Stadttor, das es noch gibt. Auffallend ist, dass hier oft Ziegelsteine verwendet werden, teils zur Verfachung der Fachwerke, teils im Wechsel mit Natursteinen.

Orolon – eine Fahrradtour

Wieder in Frankreich, der Unterschied ist enorm. Nicht nur dass die Sprache viel melodiöser ist, die Häuser viel seltener verfallen am Wegesrand stehen, sondern es ist GRÜN. Das Fahrradfahren direkt vom Campingplatz ist problemlos und so machten wir eine Tour in ein kleines Tal hinein.

Wiesen sind in Spanien, abgesehen von der Extremadura eine Seltenheit. Hier ist es wie im Allgäu. Fast greifbar nah liegt auf den Bergen noch Schnee, aber in den Bauerngehöften fehlen selten ein oder mehrere Palmen. Das Foto zeigt wohl eines der hier häufiger zu findendes Wochenendhaus. Der Garten ist wie ein Park bis zur obersten Kante gepflegt.

Nachdem man bei uns so einen Zirkus um die Gestaltung der Kreisverkehrs-Inseln gemacht hat, schauen wir im Ausland immer mal wieder genauer hin, Hier sitzt ein Hirte mit Hund und seinen Tieren vor seiner Hütte. Nicht weit davon stehen Schilder, die auf den Verkauf von Käse aus eigener Herstellung hinwiesen.

In so einem Hofladen haben wir eingekauft, und was der nicht hatte, konnten wir im BIO-Coop, nicht weit vom Campingplatz, erstehen: Endlich mal wieder Brot, das Substanz hat und auch so schmeckt.

Zum Schluss noch 2 Blümchen: Das Holunder-Knabenkraut, dass ich gestern kurz vor der Passhöhe fand und von heute der Braune Storchenschnabel.

Playa de Gandia

Wir hatten ja nicht weit zu fahren, so etwa 50 km weiter nach Süden, aber die Suche nach einem Supermarkt mit einem großen Parkplatz erwies sich als aufwendig. Für die letzten Kilometer hatten wir die Information nicht dem Navi zu folgen, was wichtig war, denn als wir vor einer sehr engen Eisenbahnüberführung standen und der danach folgende Weg eine schmale Spur durch einen Sumpf war, kehrten wir um und versuchten unser Glück über größere Straßen, was mit etwas Gespür gut funktionierte.

Die Anfahrt erschreckte uns in so fern wir auf eine große Reihe von Hochhäusern zufuhren, die in mehreren Reihen den Strand entlang aufgereiht sind. Unser Campingplatz liegt dagegen wenige hundert Meter zurück versetzt zwischen Gräben, Schilf und Oragenplantagen ganz ruhig und idyllisch. So ruhig, dass wir auf dem Weg eine Sumpfschilkröte entdeckten, die über die Straße wollte.

Am Nachmittag sind haben wir den Hochhausgürtel durchquert und gelangten an eine breite Promenade, die in einen feinsandigen Strand überging. Alles sauber gerecht, fiel uns keine einzige Kippe oder Flasche auf. Trotzdem ist das nichts für uns. Wir fuhren weiter bis zu einem Hafen.

Hier liegen zum Glück nicht nur Yachten, sondern auch Fischerboote und ein Frachtschiff wurde gerade entladen.

Um eine Schule herum fanden wir etliche schöne Wandmalereien. Die Schule ist rund herum wie ein Gefängnis von einer Mauer umgeben, zu ihrer Sicherheit, hat man mir erzählt.

Via Verde de los Ojos Negros

Wir sind hier, weil wir diesen Fahrradweg fahren wollten. Der Weg führt auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse, die an wenigen Stellen durch neuere Baumaßnahmen unterbrochen ist. So beginnt sie für uns mehr oder weniger in oder direkt neben einem Wasserbecken.

So ist der Weg im Stadtgebiet von Altura pflegebedürftig, danach aber ganz passabel. Der Weg ist breit genug für 2 Fahrräder neben einander, wobei dann einer auf Asphalt fahren darf und der andere auf Naturboden. Wir fuhren meist hinter einander, um sich jeweils die bessere Spur aussuchen zu können.

Auf der Hinfahrt heute Morgen erinnerte die Menge an Personen auf dem Weg der Strandpromenade von Nizza, wo jeder sehen oder gesehen werden will. Mit der Klingel am Lenker konnten wir uns etwas Platz schaffen. Nach den ersten 10 km wurde es dann deutlich ruhiger, aber immer noch begegneten uns Langstreckenfahrer und Sportradfahrer so wie einzelne Wanderer.

Der Weg zieht sich gemächlich das Tal hinauf, manchmal gab es tiefe Einschnitte in einen Hügel, aber auch längere Tunnelabschnitte. Da zwischen befanden sich Dämme und Viadukte, aber auch mal ging es ganz einfach über das Land. Es blühte reichlich überall und da drüber hinaus hatten wir interessante Ausblicke ins Land.

Bei einem großen Viadukt machten wir Schluss bzw. Kehrt. Die Sonne setzte uns zu. Seit gestern scheint sie gnadenlos, so wie wir es eigentlich erwartet hatten. Neben uns existiert noch ein weiteres Eisenbahn-Viadukt. Die Strecke sieht recht gut erhalten aus, nur sahen wir keinen Zug, obwohl die beiden Strecken über ein längeres Stück parallel verliefen.

Einer der Orte, durch die wir kamen, war Jérica. Hier saß der ganze Ort draußen in Bars und sonstigen Lokalen. Hier etwas zu essen zu bekommen, war schwierig, so ergriffen wir die Chance an der Straße einen Falaffel bzw. Kebab zu bekommen. Nun sind wir wieder eine Erfahrung reicher und zügig fuhren wir zurück nach Altura.

Im Ebro-Delta

Unser momentane Campingplatz liegt am Rande dieser Ebene. Gleich da hinter fängt das Naturschutzgebiet an. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad darf man hinein. Etliche Wege erleichtern das Erreichen von besonderen Aussichtspunkten.

Das Gebiet ist zum Einen durch Kanäle durchzogen, das Naturschutzgebiet dagegen mit Teichen. Bekannt ist das Gebiet durch das ganzjährige Vorkommen von Vögeln und einigen besonderen Pflanzen. Der Silberreiher war der Erste, der uns begrüßt hat.

Entlang der Wege fanden wir den blass violett blühenden Strauchstrandflieder und das gelb blühende behaarte Spatzenzunge, die in Tunesien heimisch sein soll. Wir fuhren quer über das Delta zum Hauptort Deltebre. Dabei kamen wir an diesem edlen Schwein vorbei.

Kein Wunder also, dass wir heute mal auf Fleisch verzichtet haben und wir uns am Ufer des Ebro eine Meeresfrüchte-Paella schmecken ließen.

Zurück benutzten wir die App von Osmand, die uns einen Weg nach Hause abseits der Haupt-und Landstraßen führte. Ein Stopp legten wir bei dieser Skulptur ein. Die eine Figur leuchtete von innen heraus, da sie von der Sonnen beschienen war. Die Figuren fühlten sich sandig an, wie sie auch aus dem Sand heraus gewachsen erschienen.

Auch auf der Rückfahrt konnten wir viele Vögel beobachten (hier der braune Sichler), auch in den Gräben, die zu den Feldern führten. Das Delta besteht aus 75% aus Ackerland. Hier wird Reis und Artischocken z.B. angebaut.

St. Cyprien

Endlich sagt der Wetterbericht schönes Wetter für fast den ganzen Tag voraus. Grund genug die Fahrräder fertig zu machen und eine Tour zu planen. Ich erzählte schon, dass es nach Perignan einen schönen Radweg gibt und das ist nicht der Einzige. Vor allem entlang des Strandes gibt es sie, aber auch einige, die ins Hinterland führen wie der Radweg Agouille-de-la-Mar, der von St. Cyprien-Plage nach Bages führt.

Bild: Corneilla -del-Vercol

Bis nach Bages waren es etwa 2 km auf einer kleinen Landstraße, die uns zum Startpunkt des Fahrradweges führte. Von dort führt ein breiter betonierter Weg in Richtung Küste, immer an einem Kanal entlang. Straßen werden meist durch Unterführungen gequert oder sie sind gut gesichert. Autofahrer halten immer an.

Auf etwa halbem Weg erreichten wir das verschlafene Corneilla -del-Vercol. Das gerade einen Fotostopp wert war. Dann ging es weiter durch Mandelplantagen, Weinberge und Olivenhaine. Auf der Höhe von St. Cyprien bogen wir auf einem weiteren Fahrradweg nach Süden in Richtung des alten Ortskerns ab.

Der Ort ist ganz und gar nicht vom Tourismus berührt. Einige wenige Geschäfte fanden wir, mehrere zum Teil große Plätze und an einem eine gemütliche Crêperie, wo wir vorzüglich gegessen haben. Ich gönnte mir eine Crêpe mit Chêvre, hausgemachtem Cidre-Gelee und Rosmarin-Grieben, dazu ein bunter gemischter Salat. Natürlich haben wir dazu Cidre getrunken.

Auf dem Rückweg fiel uns nach Trafokasten auf, natürlich sind Tür und Katze nicht echt.