Zwischen Havel und Peene

Zweimal geimpft trauen wir uns nun zu unserer ersten Reise in diesem Jahr. Ganz auf Sicherheit bedacht bleiben wir in Deutschland und setzen unsere Erkundungstour vom letzen Jahr nördlich von Berlin fort.

Wenn es Sie interessiert, begleiten Sie uns auf unserer Reise. Über die wichtigsten Etappen werde ich hier meine Eindrücke aufschreiben und sie mit Fotos untermalen.

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist 09-lychen-18-kl.jpg.

Die Anfahrt wird uns über Erfurt, Jena und Torgau nach Berlin führen. Über den Havel-Oder-Kanal werden wir den Oderbruch erreichen, uns nördlich in Richtung Ostsee auf den Weg machen, um dann entlang der Peene wieder ins Hinterland begeben. Eine genaue Route gibt es für uns nicht, auch keinen Termin an dem wir nach hause zurückkehren müssen.

Übernachten werden wir fast immer auf Campingplätzen. Der Blog wird aber kein Campingführer, wer genaueres dazu wissen möchte, sollte mich doch dazu anschreiben. – Jetzt noch etwas ins Wohnmobil einräumen, einmal noch schlafen und dann geht es los.

Die Bilder sind natürlich von unserer letzten Reise, aber von dort, wo wir unsere Reise fortsetzen.

RIP: Repair in place

Reparieren an Ort und Stelle, das ist eine beliebte Einrichtung und erspart weite Wege zur nächsten Reparaturwerkstätte. Oft muss ein Gleis am Rande dafür herhalten, ein Büro, ein Materiallager, blaue Flaggen zur Sicherung der Arbeiter, das ist alles.

RIP

Bei mir in Portales spendierte ich der Bahn eine eingleisige Werkhalle. An das Fabrikat erinnere ich mich nicht mehr. Ein paar Radsätze daneben, eine Blechhütte, das Büro. Das Ocker der Ziegelsteine entspricht der bestimmenden Farbe meiner Anlage, abgesetzt mit Grau und Weiß, um einen farblichen Kontrast zu erzeugen. Eine Kiste mit einem Banksy-Grafitti, darin spiegelt sich ein Interesse des Erbauers.

Die oben noch zu sehenden Schienen sind in der Zwischenzeit einem Schrottbansen gewichen. Dafür musste eine ausrangierte Gondola herhalten. Es blieb nur der Aufbau und von dem nur noch die Hälfte. Das Teil wurde angemalt und gealtert, dann mit diversen Kleinteilen gefüllt und noch mal farblich behandelt.

RIP

Nach meinen Wagenkarten schicke ich regelmäßig Wagen hier hin, mal müssen die Bremsen gewartet werden oder eine Dichtigkeitsprüfung von einem Tankwagen steht an. Wie man sieht werden auch Radsätze gewechselt, die immer mal wieder getauscht werden müssen. Schmierstoffe und Ersatzteile kommen mit einem Boxcar, so ist auf dem Stück Gleis immer was los. Es lohnt sich so etwas in seiner Anlage zu integrieren. Auf dem letzten Bild sieht man auch die Blue Flag, eine Stecknadel mit blauem Kopf und einem blauen Papierfähnchen. Eine nette Kleinigkeit, die ich leider hin und wieder überfahre, da ich leider Lokführer und Rangierer in einer Person bin. Dann erkennt man, warum die US-Lokomotiven noch mit 2-Mann-Besatzung fahren.

Lagerhaus

Wenn die Güter per Eisenbahn in den Bahnhof kommen, dann braucht es Einrichtungen mit denen die waren umgeschlagen werden können.

So sah mein Lagerhaus mal aus und war mal richtig stolz darauf, da ich es aus zwei identischen Bausätzen zusammen gesetzt hatte. Nur war die Rampe nicht hoch genug und es passte gerade mal ein Wagon davor.

Ein Neubau war dringend notwendig und so schaute ich mal im Walthers Katalog um und fand bei Pikestuff, einen Bausatz (Kit) der ganz gut passte. Das Kit enthält alle abgebildeten Teile, nur sind die Fenster und Türen noch nicht ausgeschnitten, so dass man frei im Planen ist. (Angebot von RD-Hobby)

Der zur Verfügung stehende Platz war nicht tief genug, so verkürzte ich den Bausatz und ließ die Vorderseite weg. Außerdem zeigte eine Stellprobe, dass der gegenüber liegende Bahnhof kaum mehr zu sehen war. Also verringerte ich die Bauhöhe, so dass das Dach noch über meinen höchsten Güterwagen hinweg reicht. Der Bausatz enthält 12 Tore, von denen ich 2 auf der Gleisseite einbaute. Vorne ist ja offen, so verlegte ich die Tür, Treppe und ein Fenster auf die kurze Seite. Natürlich war damit auch ein Boden fällig, der dem Gebäude die nötige Stabilität verleiht.

Das Gebäude malte ich mit Plakafarben an und Das Dach wurde über die noch nasse Farbe gesandet und was zu viel war später abgebürstet. Den Innenraum habe ich an der Rückwand mit Bildern von Regalen (Internet) beklebt. Davor kamen auf den Boden verschiedenste Güter und einige Personen. Da fehlt noch ein Gabelstabler und wie ich im Nachhinein bemerkte – eine Bleuchtung, denn man schaut auf der Anlage gegen das Licht und der Raum wirkt sehr dunkel. Zwei weiße LED werde ich demnächst unter die Decke kleben, wo sie selber nicht gesehen werden können.

Berlin – Gärten der Welt

Wir haben den Tipp bekommen, uns die „Gärten der Welt“ anzusehen. Außerdem bedient das Gelände eine Seilbahn von der man einen interessanten Blick auf die umgebenden Siedlungen im Nordosten von Berlin hat.

Ausgerüstet mit einer Fahrradkarte für Berlin fanden wir schnell heraus, dass von unserem Quartier in Köpenick ein Fahrradweg entlang der Wuhle bis zum Gartengelände führt. Es ist nur ein Bächlein, das teilweise ausgetrocknet war, es fehlt auch hier seit langem der Regen.

Dieser Streifen führt über 10 km zwischen Siedlungen hindurch und wird stark genutzt, nicht nur von Menschen, auch von Wildschweinen und dem Biber, wie wir erkennen konnten. Wir fuhren die östliche Station der Seilbahn an. Von dort ging es auf einen sich auf 102m üNN erhebenden Berg von dem wir den 12 km entfernten Fernsehturm gut sehen konnten.

Nachdem wir uns die Anlage von oben angesehen hatten, gingen wir zurück zur Seilbahn, um uns hinab zum Eingang der „Gärten der Welt“ bringen zu lassen. Hauptbestandteil sind natürlich die Themengärten, die von der Renaissance über den Englischen Garten bis zu denen aus Japan, Korea und Griechenland reichten.

Im Spätsommer kann man ja nicht mehr mit all zu viel Blüten rechnen. Doch die Dahlien waren eine Pracht und auch der Rosengarten war noch voll in Blüte. Sonst fielen noch die Hortensien und die Astern auf. Die einzelnen Gärten verteilten sich über eine größere Fläche, so dass wir dankbar für das gastronomische Angebot waren, dass zu unserer Überraschung von guter Qualität und nicht überteuert war.

Irgend wann waren unsere Füße müde und wir bestiegen die Seilbahn, die uns zu unseren Fahrrädern zurück brachte. Der Rückweg ging dann flott vonstatten, da wir den Weg ja schon kannten.

Berlin – Köpenick

Nachdem wir noch eine Fahrradtour entlang des Schwielow-Sees gemacht hatten und dabei eine Sanddorn-Manufaktur entdeckt und besichtigt hatten, verließen wir kurz vor 12 Uhr das Himmelreich. Von unserem Navi zielsicher geleitet umfuhren wir Berlin auf der A 100, um im Köpenicker Hof unseren neuen Standplatz aufzuschlagen.

Da es erst mitten am Nachmittag war, packten wir unsere Fahrräder aus und kurvten ziellos durch Köpenick. Die Wege führten mal an der Spree, mal an der Damme entlang. Auf dem Wasser war überall viel Verkehr, ebenso auf den Fahrrad- und Fußwegen. Das Rathaus leuchtete in der Sonne und eine Boulespielerin bückte sich davor, um eine Kugel zu werfen.

Im Zentrum befinden sich etliche kleine nette Läden, wo wir gutes Brot bekamen. Nicht weit davon entfernt lud uns ein Gartenlokal zu einer Pause ein.Die Atmosphäre war angenehm, es gab viel zu schauen, nur die Berliner „Kindl“ Weiße fand nicht so unseren Gefallen.

Heute haben wir einen Besuch unternommen und waren auf dem Weg dorthin was für tolle Wälder es doch mitten in Berlin gibt und alle gut erschlossen durch Wander- und Radwege. Wir trafen auch viele Menschen hier, dafür kaum wilde Tiere. Ein paar Vögel waren die Ausnahme. – Dagegen spricht der Hinweis der Stellplatz-Besitzer, dass man nachts keine Schuhe vor dem Wohnwagen bzw. Wohnmobil stehen lassen soll, die würden die Füchse wegschleppen. Ob es irgend wo eine Tauschbörse gibt: Tausche Schuhe gegen Hühnchen?

Naugatuck Railroad und das Pumpkin Festival

Nach einer klaren frischen Nacht genossen wir wieder einen sommerlich warmen Tag. Zu erst mussten wir mal wieder ein Stück auf New York zu fahren. Landstraßen, die zum Ziel führen, zu finden, ist ein schwieriges Unterfangen. Man wechselt dauernd von einer Autobahn auf die nächste, keiner hält sich an irgend eine Geschwindigkeitsbeschränkung und vom lässigen zuvorkommenden Fahrstil der US-Amerikaner ist hier nur selten etwas zu merken. Es herrscht das selbe Chaos wie zu Hause. Aber irgend wie sind wir dann doch in Thomaston angekommen. Hier gibt es ein Eisenbahnmuseum.

Als wir auf dem Parkplatz einbogen, sahen wir einen Zug am Bahnsteig stehen. Wir hatten noch eine halbe Stunde bis zur Abfahrt. Eine beeindruckende Diesellok von General Motors aus den 70er-Jahren stand vorne am Zug. Aber alles wirkte etwas in die Jahre gekommen.

Die Strecke, etwa eine halbe Stunde in ein Tal hinein war ohne Höhepunkte. Kurz vor Schluss wurde für die Kinder an einer Wiese angehalten auf der verstreut Kürbisse lagen. Hier durften sie sich bedienen und man konnte seine Kinder hinter lustigen Schablonen abfotografieren.

Wir liefen dann noch in den Ort, um einzukaufen, wo uns die Pumkins noch mal über den Weg liefen. Wir haben immer noch keinen fürs Handgepäck erstanden. In einem Seefoodrestaurant gab es noch mal Fisch, aber es war nicht mehr das. Das Sehnen nach europäischen (wenn nicht gerade Fastfood) Lokalen wird von Tag zu stark stärker.

Schön waren die beiden gelben Autos und natürlich unser heutiger Campingplatz. Wir sind zufällig bei einem Vergnügungspark gelandet. Wegen eines Wochenend-Special bezahlen wir nur 40 $ für 2 Tage, gestern waren es noch 76 $ für einen. Natürlich hofft der Besitzer, dass wir uns morgen mit Riesenrad und Achterbahn vergnügen. Da haben wir aber schon was anderes vor.

Den Delaware hinauf

Als die Sonne den Morgennebel vertrieben hatte, machten wir uns auf. Zu erst wollten wir uns Port Jervis anschauen. Beim Bahnhof konnten wir gut parken. Dort entdeckten wir eine alte Drehscheibe und mehrere alte Loks und Wagons. Der alte Bahnhof wurde wieder restauriert, beherbergt aber nun andere Besitzer. Der neue Bahnhof sieht wie bei uns aus: Ein Automat, ein paar Aushänge und eine Bank. Neben leeren Läden fanden wir auch ein paar neu eingerichtete mit einem modernen Angebot.

Nach dem Stadtbummel folgten wir dem Highway 97, einem Scenic Bayway. Neben schönen Blicken auf die Flusslandschaft fanden wir nette kleine Siedlungen, urige Läden und ein außergewöhnliches Restaurant.

Hinweisschilder machten uns auf einen ehemaligen Aquadukt aufmerksam. Ein Canal kam von Hudson River hier her und überbrückte mit dieser Brücke den Delaware Fluss. Heut zu Tage kann man hier mit dem Auto den Fluss überqueren.

Wenige Kilometer weiter fanden wir auf einem kleinen Spaziergang eine alte Steinbogenbrücke. Gesehen haben wir im Vorbeifahren das alte Fort Delaware, dass aussah, als wäre es einem Western entsprungen. Aber mittlerweile fing die Suche nach einem Campingplatz wieder an. All das, was ich heraus geschrieben hatte, entpuppte sich als einfache Zeltplätze ohne jeden Komfort.

Jetzt sitzen wir in einem Golfressort und erwarten ein volles Programm über dasLabourday-Wochenende. Zum Einkaufen oder Essen gehen, müssen wir 7 Meilen in den nächsten Ort fahren, aber davon das nächste Mal mehr.

Ach ja, WIFI gibt es hier auch nicht.

Rückfahrt: 2. Torrente Senatello

Um eins gleich klar zustellen: Wir sind immer noch in Ponte Messa. Es gefällt uns so gut hier, dass wir bis zum letzt möglichen Augenblick hier bleiben. Die Rückfahrroute steht und morgen früh geht es dann endgültig nach Norden.

Wir sind mit den Fahrrädern dem Flusslauf gefolgt, dem Torrente Senatello. So wie es klingt, scheint sich das Flüsschen im Frühling durch das Tal aus zu toben. Jetzt ist es eher friedlicher Natur.

Mit leichter Steigung folgten wir ihm in die Berge hinein. Brücken sind die besonderen Haltepunkte im Tal, von den Höhen blicken immer wieder mittelalterliche Orte auf uns herab wie Rocca Pratiffi oder Petrella Guidi.

Wenn man nach einer kurzen Steigung die Abzweigung nach Casteldelci nimmt, sieht man gleich die alte Brücke über das Flüsschen. An der Brücke steht eine Tafel mit mehreren abgebildeten Wanderwegen. Nach ein paar Aufnahmen fuhren wir zur Abzweigung zurück. Hier befindet sich das Lokal: La Giardiniera.

Als die Bedienung merkte, dass wir Deutsche sind, rief sie ihre Mutter. Eine gebürtige Dänin war hier vor 50 Jahren hängen geblieben und kocht wunderbare italienische Gerichte. Selbst gemachte Nudeln. Als sie merkte, dass wir uns nicht einigen konnten, bot sie uns an 3 kleine unterschiedliche Nudelgerichte zubringen: Tagliatelle mit frischen Sommerpilzen, Mezzeluni mit weißer Trüffelsoße und Spinatravioli mit Tomaten-Ragou-Soße. Die Vorspeise war ein komplettes Menue für uns.

Ja, dann kam die Fahrrad-kür, mit zwischen 27 – 35 km/h ging es ohne zu treten die 10 km zurück. Jetzt noch ein paar Stunden faulenzen und dann heißt es chiao Italia.

Abschied von Athos und Keramoti

Es waren ein paar schöne Tage auf Athos, einer Insel, die uns gut gefallen hat. Landschaftlich ein Highlight ist natürlich die Ostküste die wir abfuhren.

Davor hielten wir noch kurz am Kloster Archangelos an. Ich zog mir vorsichtshalber gleich eine lange Hose an, Gudrun musste über ihre eh lange Hose noch einen Rock über ziehen. Bilder vom Inneren des Klosters zu knipsen war natürlich nicht erlaubt, woran ich mich mal gehalten habe. Zwei kleinere Kapellen durften wir ansehen. In einer hingen um den Altar große Schaukästen mit Säbel und Degen. Die werden wohl die Kreuzritter hier vergessen haben. Wie immer war alles top sauber und gepflegt, die Blumen waren eine Pracht.

Die Nonne am Tor war beim hinausgehen intensiv mit ihrem Smartphone beschäftigt. Da wäre ich schon interessiert zu wissen, was für Internetseiten sie aufsucht. Dann kam uns noch eine voll verschleierte Nonne in einem großen Pickup entgegen. Das Nonnenleben ist auch nicht mehr das, was es mal war.

Wie wir es schon gewohnt sind führte uns die Straße runter in schöne Buchten und gleich darauf wieder steil bergauf in die Berge. Schnell geht es dadurch nicht vorwärts, aber wir haben es genossen. In Limenas stand dann an einer Kreuzung ein Hinweisschild nach Thassos, was mich etwas irritiert hat.

Am späten Nachmittag haben wir dann die Fähre nach Keramoti genommen. Wir waren die Ersten die auf die Fähre fuhren und konnten von da ab genüsslich dem Beladen zuschauen. In Keramoti gibt es einen einfachen Campingplatz, den wir uns für einen Zwischenstopp heraus gesucht hatten..

Cotignac

Der Ort hat etwa 2200 Einwohner und liegt in der Provinz Alpes-Côte d´Azur. Die Cassolle trennt den Ort von einem hoch aufragendem Felsen auf dem sich eine Kapelle befindet. Das Flüsschen stürzt sich 10 m tief über einen Wasserfall.

Die Felsen werden weitgehend aus Tuffstein gebildet. Dieses sehr weiche Gestein besitzt viele Gaseinschlüsse wodurch es gut bearbeitbar ist. Zahlreiche Höhlen hat man in die sich unterhalb des Ortes befindliche Felswand geschlagen. Auch gibt es zahlreiche Höhlen, in einigen befinden sich große Stalaktiten. Hier befindet sich auch die Salle de Merveilles (wunderbare Höhle) und die Tropfsteinhöhle: Trompines.

Man kann bequem entlang des Tufffelsens mit seinen Wohnungen und Höhlen entlang laufen und diese pittoreske Nutzung betrachten, die es ja in Frankreich seit der Steinzeit gibt und scheinbar immer noch nicht aus der Mode gekommen ist.

Aber auch der eigentliche Ort hat nette Ecken zu entdecken. Überraschend viele Brunnen befinden sich im Ort. Zum erholen trifft man sich auf dem großen Hof des Ortes, einem Platz, wo man es sich unter Platanen bequem macht, was isst und trinkt und den Menschen zusieht, vor allem an einem Markttag ist das ein großes Spektakel.